Geoengineering ist kein Plan B, sondern ein Machtproblem
Wer über Geoengineering spricht, spricht nicht nur über Technik. Er spricht über die Frage, wer am Thermostat des Planeten drehen darf.
CO2-Entnahme, reflektierende Partikel, Wolkenaufhellung und großflächige Klima-Infrastruktur klingen wie Werkzeuge gegen eine eskalierende Krise. Sie sind aber keine neutralen Werkzeuge. Jede Maßnahme hat Gewinner, Verlierer, Nebenwirkungen und Regionen, die unterschiedlich betroffen sind.
Genau deshalb ist Geoengineering politisch brisanter als viele Zukunftstechnologien. Ein KI-Modell kann man abschalten. Eine globale Klimaintervention schafft Abhängigkeiten, Erwartungen und Risiken, die nicht an Landesgrenzen stoppen. Selbst ein erfolgreicher Eingriff kann neue Konflikte erzeugen, wenn Regen, Ernten oder Temperaturen anders ausfallen als erwartet.
Die nüchterne Bewertung lautet: Forschung ist nötig, Größenwahn wäre gefährlich. Geoengineering darf kein bequemes Ersatzversprechen für Emissionsreduktion werden. Es ist eher ein Notfallinstrument, das nur mit Transparenz, internationaler Kontrolle und sehr viel Demut überhaupt diskutierbar ist.